Industriebetriebe, die in abgelegenen Gebieten oder Gewerbegebieten ohne Hydrantenanschluss liegen, stehen vor der Herausforderung, eine eigenständige Löschwasserversorgung sicherzustellen. Eine Löschwasserzisterne bietet in solchen Fällen eine zuverlässige Lösung, muss jedoch sorgfältig geplant, dimensioniert und installiert werden. In diesem Leitfaden erläutern wir die wichtigsten Schritte, Faktoren und Entscheidungen beim Kauf einer Löschwasserzisterne für die Industrie.
- Bedarfsermittlung: Wie viel Löschwasser wird benötigt?
Der erste Schritt beim Kauf einer Löschwasserzisterne ist die Ermittlung des tatsächlichen Wasserbedarfs:
- Brandrisikoanalyse: Welche Materialien und Anlagen sind vorhanden? Brennbare Flüssigkeiten oder Chemikalien erhöhen den Bedarf.
- Flächen- und Gebäudegröße: Große Hallen oder Produktionsanlagen benötigen höhere Volumen.
- Anzahl der Löschstellen: Mehrere Brandherde gleichzeitig erhöhen den Wasserverbrauch.
- Einsatzdauer: Berechnen Sie, wie lange das Wasser im Brandfall ausreichen soll.
Die Formel für die grobe Berechnung lautet:
Löschwasservolumen = Durchflussrate × Einsatzdauer × Anzahl der Strahlrohre
Zusätzlich sollten Sicherheitsreserven von 10–20 % eingeplant werden.
- Auswahl der geeigneten Bauweise
Die Bauweise der Zisterne hat Einfluss auf Kosten, Montageaufwand und Funktionalität:
Oberirdische Zisternen
- Vorteile: Günstig, schnelle Montage, leicht erweiterbar
- Material: Kunststoff (PE, PVC) oder Stahl
- Einsatz: Ideal für Betriebe mit ausreichend Platz und temporären Anforderungen
Unterirdische Zisternen
- Vorteile: Frostsicher, platzsparend, langlebig
- Material: Beton oder Stahl
- Einsatz: Geeignet für langfristigen, stabilen Betrieb auf begrenztem Grundstück
Faltbare oder mobile Zisternen
- Vorteile: Sehr flexibel, kostengünstig, schnell einsetzbar
- Nachteil: Begrenzte Lebensdauer und Volumen
- Einsatz: Temporäre Baustellen oder mobile Industrieanlagen
- Zusatzausstattung und Anschlüsse
Für die Nutzung ohne Hydrant sollte die Zisterne bestimmte Ausstattungselemente enthalten:
- Storz-A-Anschluss: Standard für Feuerwehrfahrzeuge
- Pumpensystem: Sorgt für gleichmäßige Wasserförderung
- Frostschutz: Besonders relevant in Regionen mit tiefen Temperaturen
- Überwachungssysteme: Anzeigen für Wasserstand, Druck und Funktionsfähigkeit
- Schutzabdeckungen: Verhindern Verschmutzung und Vandalismus
- Standortplanung
Bei Industrieanlagen ohne Hydrant ist die Wahl des richtigen Standorts entscheidend:
- Zugang für Feuerwehrfahrzeuge muss gewährleistet sein
- Untergrund sollte stabil und tragfähig sein
- Oberirdische Tanks benötigen ausreichend Fläche, unterirdische Tanks einen vorbereiteten Aushub
- Entfernung zu Brandlasten minimieren, um schnelle Löschwasserversorgung zu ermöglichen. Wie lange reicht 100 m³ Löschwasser können Sie auf der Website berechnen, um den Einsatzzeitraum zu planen.
- Genehmigungen und rechtliche Vorgaben
- DIN 14230: Norm für Löschwasserzisternen in Deutschland, die Volumen, Bauweise und Anschlüsse definiert
- Kommunale Vorschriften: Je nach Bundesland können zusätzliche Anforderungen an Größe, Überwachung und Standort bestehen
- Brandschutzkonzept: Die Zisterne muss in das Gesamtkonzept des Unternehmens integriert werden
- Lieferanten- und Systemauswahl
Beim Kauf einer Zisterne sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Erfahrungen des Herstellers: Qualität, Wartung, Kundenservice
- Lieferzeit: Besonders bei dringendem Bedarf oder Neubauten wichtig
- Montage- und Installationsservice: Oberirdisch oft einfacher, unterirdisch komplexer
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Material, Volumen, Zusatzoptionen und Montage berücksichtigen
- Wartung und Betrieb
Eine Löschwasserzisterne ist nur dann zuverlässig, wenn sie regelmäßig geprüft wird:
- Kontrolle des Wasserstandes
- Prüfung der Anschlüsse, Pumpen und Hydrantenanschlüsse
- Reinigung der Zisterne bei Bedarf
- Dokumentation im Brandschutzkonzept
Regelmäßige Wartung sichert die Einsatzbereitschaft im Brandfall und verlängert die Lebensdauer der Anlage.
- Vorteile einer Löschwasserzisterne für Industrie ohne Hydrant
- Unabhängigkeit vom öffentlichen Wassernetz
- Schnelle Einsatzbereitschaft bei Bränden
- Flexibel in Größe, Material und Standort
- Kosteneffiziente Alternative zu komplexen Hydrantenanbindungen
- Integration in das unternehmenseigene Brandschutzkonzept
Zusammenfassung
Der Kauf einer Löschwasserzisterne für Industrie ohne Hydrant erfordert sorgfältige Planung:
- Bedarfsermittlung auf Basis von Brandrisiko, Fläche und Einsatzdauer
- Auswahl der geeigneten Bauweise (oberirdisch, unterirdisch, mobil/faltbar)
- Ausstattung mit Pumpen, Hydrantenanschluss und Frostschutz
- Standortplanung unter Berücksichtigung von Feuerwehrzugang und Sicherheit
- Einhaltung von DIN 14230, kommunalen Vorschriften und Brandschutzkonzept
- Auswahl eines zuverlässigen Lieferanten mit Wartungsservice
- Regelmäßige Kontrolle und Wartung der Zisterne
Richtig geplant und installiert, stellt eine Löschwasserzisterne für Industrieanlagen ohne Hydrant eine sichere, wirtschaftliche und flexible Lösung für den Brandschutz dar. Sie sorgt dafür, dass auch abgelegene Standorte im Ernstfall zuverlässig mit Löschwasser versorgt werden.
