Kommas strukturieren Texte, klären Zusammenhänge und tragen entscheidend zur Lesbarkeit bei. Trotzdem schleichen sich immer wieder typische Fehler ein – ob in E-Mails, wissenschaftlichen Arbeiten oder beruflichen Texten. Wer die häufigsten Fehler kennt, kann sie gezielt vermeiden und seine Schreibweise deutlich verbessern. In diesem Artikel zeigen wir die häufigsten Irrtümer bei der Kommasetzung – und geben klare Hinweise, wie Sie es besser machen.
1. Kommas in einfachen Aufzählungen vor „und“ oder „oder“
Fehler:
Ein Komma wird vor „und“ oder „oder“ in einer simplen Aufzählung gesetzt.
Beispiel (falsch):
Wir kauften Äpfel, Birnen, und Bananen.
Korrekt:
Wir kauften Äpfel, Birnen und Bananen.
Tipp:
Setzen Sie bei einfachen Aufzählungen kein Komma vor „und“ oder „oder“, es sei denn, es handelt sich um einen Einschub oder zwei vollständige Hauptsätze.
2. Kommas bei Infinitivgruppen vergessen
Fehler:
Infinitivgruppen mit „zu“ werden nicht mit Komma abgetrennt, obwohl es erforderlich wäre.
Beispiel (falsch):
Er hat versäumt pünktlich zu kommen.
Korrekt:
Er hat versäumt, pünktlich zu kommen.
Tipp:
Ein Komma ist notwendig, wenn die Infinitivgruppe erweitert ist oder mit „um“, „ohne“, „anstatt“, „außer“, „als“ eingeleitet wird oder durch ein hinweisendes Wort angekündigt wird.
3. Fehlende Kommas bei Nebensätzen
Fehler:
Nebensätze werden nicht korrekt vom Hauptsatz abgetrennt.
Beispiel (falsch):
Ich denke dass du recht hast.
Korrekt:
Ich denke, dass du recht hast.
Tipp:
Nebensätze immer mit Kommas vom Hauptsatz trennen – sowohl am Anfang als auch am Ende des Nebensatzes.
4. Kommas in Verbindung mit Konjunktionen falsch gesetzt
Fehler:
Kommas werden bei Konjunktionen wie „und“, „oder“ grundsätzlich gesetzt – auch wenn sie nicht nötig sind.
Beispiel (falsch):
Sie kam, und er ging.
Korrekt:
Sie kam und er ging.
Oder (bei zwei vollständigen Hauptsätzen):
Sie kam, und er verabschiedete sich höflich.
Tipp:
Setzen Sie ein Komma bei Konjunktionen nur, wenn zwei vollständige Hauptsätze aufeinandertreffen. Eine verständliche Einführung in die kommasetzung gibt es direkt hier.
5. Kommas bei Relativsätzen vergessen
Fehler:
Relativsätze werden nicht durch Kommas abgegrenzt.
Beispiel (falsch):
Der Mann der dort steht ist mein Lehrer.
Korrekt:
Der Mann, der dort steht, ist mein Lehrer.
Tipp:
Relativsätze immer mit einem Komma vor und nach dem Satzteil abtrennen – unabhängig davon, ob sie vorangestellt, eingeschoben oder nachgestellt sind.
6. Verwechslung von Nebensatz und Hauptsatz
Fehler:
Sätze mit „weil“, „obwohl“, „wenn“ usw. werden nicht korrekt mit Kommas getrennt.
Beispiel (falsch):
Ich bleibe zu Hause weil es regnet.
Korrekt:
Ich bleibe zu Hause, weil es regnet.
Tipp:
Diese Konjunktionen leiten Nebensätze ein, die immer durch ein Komma abgetrennt werden müssen.
7. Zu viele Kommas durch Unsicherheit
Fehler:
Kommas werden nach Gefühl gesetzt – oft zu viele und an falschen Stellen.
Beispiel (falsch):
Sie geht, heute, ins Kino, mit Freunden.
Korrekt:
Sie geht heute ins Kino mit Freunden.
Tipp:
Verlassen Sie sich auf feste Regeln – nicht auf Intuition oder Pausen beim Sprechen.
8. Fehlende Kommas bei eingeschobenen Satzteilen
Fehler:
Eingeschobene Nebensätze oder Erläuterungen werden nicht durch zwei Kommas eingefasst.
Beispiel (falsch):
Mein Bruder der in Köln lebt kommt heute.
Korrekt:
Mein Bruder, der in Köln lebt, kommt heute.
Tipp:
Alle eingeschobenen Informationen müssen sowohl am Anfang als auch am Ende durch ein Komma gekennzeichnet werden.
9. Partizipgruppen nicht abgetrennt
Fehler:
Erweiterte Partizipgruppen werden nicht mit Komma abgetrennt.
Beispiel (falsch):
Von allen bestaunt trat sie ein.
Korrekt:
Von allen bestaunt, trat sie ein.
Tipp:
Ist eine Partizipgruppe erweitert oder steht sie vor dem Hauptsatz, setzen Sie ein Komma.
10. Satzanfänge mit „um“, „ohne“, „anstatt“ nicht korrekt behandelt
Fehler:
Satzanfänge mit bestimmten Konjunktionen werden ohne Komma weitergeführt.
Beispiel (falsch):
Um pünktlich zu sein hat sie sich beeilt.
Korrekt:
Um pünktlich zu sein, hat sie sich beeilt.
Tipp:
Nach Konjunktionen wie „um“, „ohne“, „anstatt“, „außer“, „als“ folgt in der Regel eine Infinitivgruppe, die durch ein Komma getrennt werden muss.
Fazit: Mit Aufmerksamkeit und Regelkenntnis zu sicherer Kommasetzung
Viele Fehler in der Kommasetzung beruhen auf Unsicherheit oder Halbwissen. Wer sich bewusst mit typischen Stolperfallen auseinandersetzt, kann sie gezielt vermeiden und seine Texte deutlich verbessern. Die wichtigsten Regeln lassen sich mit etwas Übung schnell verinnerlichen – und machen den Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem überzeugenden Text.
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